Sylt oder Herbst im Sommer

Durchschnittliche Lesedauer: 8 Minuten

“Oops, I did it again” hat Britney Spears einstmals geträllert. Nach dem Jahrtausend-Sommer 2018 war meine Familie ganz beseelt und hat sich für den Sommer 2019 wieder mal für Sylt entschieden. 2016 waren wir dort und hatten durchwachsenes Wetter. Aber was sollte nach dem letzten Jahr noch schief gehen?

Anreise und Ankommen

Am 6. Juli, also quasi im deutschen Hochsommer sind wir früh morgens gestartet und bombig bis zum Verladebahnhof Niebüll ohne Staus durchgekommen. Um 12 Uhr rollte unser Prius vom Autozug und wie das Glück so spielt, wir konnten unsere schöne Ferienwohnung mitten in Westerland in der Viktoriastraße gleich beziehen. So muss ein ein Urlaub starten. Wir bummeln durch die Friedrichstraße, zum Strand, bunkern Vorräte und Faulenzen uns durch den ersten Tag.

Blauer Himmel, Wolken, warmes Wetter

Tag 2 – der Herbst beginnt

“Wo ist die Sonne?”, lautete die erste Frage an Tag 2. Quälten wir uns zu Hause in Magdeburg noch durch heiße Tage mit über 30 Grad Celsius und war der gestrige Tag mit lauer Seebriese dagegen eine Erlösung, zeigt sich unser zweiter Tag von einer ganz anderen Seite. Nun, davon lässt man sich den Urlaub so schnell nicht vermiesen. Also raus, ab nach Rantum und da musste meine Familie erst mal eine leckere Currywurst mit Prosecco einwerfen. Ich durfte natürlich nicht probieren, that’s Mopslife. Ich sage es Euch!

Weinfest mit Drama-Himmel

Wieder zurück in Westerland haben wir am Abend noch mal den Strand besucht. Mehr Drama geht wirklich nicht. Der aufgebaute Weinmarkt war zum Glück gut gesichert und ich durfte mich in eine Decke kuscheln und der volljährige Teil meiner Familie begrüßte bekannte Winzer und trank sich das Wetter schön.

Brandenburger Stand in Westerland

Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?

Die Tage plätschern so dahin und dank Schmuddelwetter mit Regen verlaufen meine Gassirunden eigentlich immer recht gleich: Entweder kurz und flott oder als Shoppingtouren. Frauchen hat Spaß und so sinkt die Laune nicht auf den Tiefpunkt. Dennoch wünschen wir uns alle wieder Sommerwetter und nutzen jeden hellen Strahl und trockenen Moment aus.

Für kurze Ausflüge haben wir unsere Lieblingsorte vom letzten Urlaub in 2016 besucht. Die Kupferkanne in Kampen mit dem tollen Garten, den ich besonders mag. Oder die Uwe Dühne, bei deren Aufstieg ich sogar getragen werde und natürlich List mit dem Hafen und der leckeren Eisdiele. Auch am Strand waren wir natürlich. Mir persönlich gefällt der Kampener Strand am besten. Dort wird am lockersten mit Hunden umgegangen.

Und plötzlich Sommer

Ich nehme es mal vorweg: von 14 Tagen hatten wir 4,5 Tage mit Sonnenschein. Das ist deswegen besondern ärgerlich, weil wir vorher und auch am Abreisetag wieder über 30 Grad hatten. Petrus ist also doch ‘ne bitch. Okay, mir haben auch die anderen Tage gefallen (außer Regen, Regen ist auch ‘ne bitch). Aber meiner Familie hätte ich schon mehr Sommer gegönnt.

Radtour nach List

Was haben wir an den schönen Tagen gemacht? Wir haben uns beispielsweise Räder ausgeliehen und ich habe so einen komfortablen Anhänger bekommen. Die Räder konnten wir direkt gegenüber vom Bahnhof bei einem der Verleiher schon um 16 Uhr am Vortag abholen. Sie waren top in Schuss und haben uns rd. 60 Euro gekostet (2 eBikes, 1 Mountainbike und ein Anhänger). Die Tour war schön. Nur die dusselige Strecke zur Bambusbar mit dem kaputten Straßenbelag ging mir stark auf die Zwölf. Das habe ich dann auch durchgehend bis dahin mitgeteilt.

Strandwanderung nach Hörnum

An einem anderen Tag sind Herrchen und ich vom Samoa-Seepferdchen zwischen Westerland und Rantum am Strand bis nach Hörnum gelaufen. Danach hatten wir beide sechs wunde Pfoten, weil wir keine Schuhe mithatten. Na eigentlich ging es nur den Menschen-Pfoten nicht so gut. K. O. war ich nach den rd. 10 km aber auch. Zum Abschluss haben wir für uns ein neues Café entdeckt.

Sonnenbaden am Ellenbogen

Natürlich mussten wir dieses Mal auch dem Ellenbogen einen Besuch abstatten. Auch wenn hier das Baden nicht erlaubt ist, da die Strömungen zwischen Sylt und der dänischen Insel Rømø tückisch sind, sind der Strand und der Blick auf das Meer ein Traum, seht selber.

Hinten rechts könnt Ihr Rømø sehen bzw. erahnen

Kaffeegarten und Morsumer Kliff

Ein Syltbesuch ohne das Morsumer Kliff? Undenkbar. Hier tummeln sich stets wenige Menschen und der artige Mops (also ich) darf viel ohne Leine laufen. Nur auf dem Kliffweg selber wurde ich angeleihnt, um nicht zu dicht an die Bruchkante zu laufen. Ich verstehe aber ohnehin nicht, warum die Menschen da noch drüberlaufen dürfen? Meine beiden werden das aus Schutz der Natur ganz sicher kein zweites Mal mehr tun. Außerdem ist der Weg unten herum auch viel länger, was mich persönlich sehr gefreut hat.

Unsere Gastro-Tipps auf Sylt

Tee, Kaffee und Kuchen

Als Tipps meiner ganzen Familie für die Tee-, Kaffee- und Kuchenfreunde unter Euch empfehlen wir in Hörnum das Café Lund und in Morsum das Café Ingwersen. Super lecker, toller Service, viel Herzlichkeit, gutes Preis-Leistungsverhältnis und trotz regem Besuch nicht so überlaufen wie die Kupferkanne in Kampen, die Ihr allerdings allein wegen des Garten mal besuchen solltet.

Burger und Eis

In Westerland empfehlen wir allen Burgerfreunden unter Euch das Twisters Sylt. Geniale Burgerkreationen und sau cooles Surferfeeling, wenn auch ein bisschen versteckt gelegen. Leckere Burger am Strand bekommt Ihr außerdem in der Beach-Box. Und unsere Luxus-Currywurst mit zweierlei selbstgemachter Soßen und Proseeco findet Ihr in Rantum (De Lüx Curry Sylt). Und das zweitbeste Eis außerhalb meines Lieblingsortes Wolfenbüttel (hier) gibt es bei der Sylter Eismanufaktur in List.

Der exklusive Tipp

Wen Ihr Euch mal etwas gönnen wollt, dann haben wir noch etwas ganz besonderes für Euch. Der Alte Gasthof in List hat 2018 umfangreich renoviert und ein junges, engagiertes Team, das Euch als großartiger Gastgeber begrüßt. Als Hummerspezialist bietet der Alte Gasthof tolle Köstlichkeiten, aber auch Fischverweigerer kommen kulinarisch auf ihre Kosten.

Unser Sylt-Fazit für dieses Jahr

Das Wetter hat es uns nicht leicht gemacht. Na klar, die Nordsee und vor allem Sylt mit seiner Lage sind nicht das Rote Meer. Ist schon klar. Aber fast 10 Tage miese Tage in einem Sommer, der ansonsten wieder Sonne pur hatte, waren echt gemein.

Kampen Jazz

Durch Zufall haben wir einen Abend bei Till Brönners Jazz-Festival eintrittsfrei in Kampen erleben dürfen. Das war eine schöne Abwechslung und Candy Dulfer war grossartig.

Till Brönners Jazz-Festival in Kampen

Strand, Strand, Strand

Strand geht immer, auch bei grauem Wetter. Insofern will ich hier mal nicht so sein und einen Punkt weniger abziehen als meine Familie.

Bye, bye Sylt

Aber egal, wie uns das Wetter mitgespielt hat. Wenn wir wieder packen müssen stellt sich immer so eine melancholische Stimmung ein. Damit mich niemand vergisst habe ich deswegen schon mal in einer Reisetasche Platz genommen. Oder würdet Ihr mich mit dem Blick nicht einpacken?!

Meine Familie packt für die Heimreise – ich möchte mit

Bis bald,
Eure Pauli

Fazit: dank Wetter viel Zeit zum Pennen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.