#Interview_mit_Tyson

Pauli interviewt Tyson, den Mops aus der Provence und den Kriminalromanen von Pierre Lagrange

Meine Menschen lesen gern, vor allem im Urlaub. Und manchmal lesen sie sich auch in den Urlaub, quasi in Gedanken. Krimis und Thriller dürfen es schon sein, aber bitte an schönen Orten. In Deutschland werden da die beiden Küsten stark bevorzugt und im Ausland nehme ich eine stark frankophile Richtung wahr. Ob das an unserem Urlaub vom letzten Jahr in der Normandie und Bretagne liegt? Hhm, es war aber auch zu schön. Na ja, und jetzt lesen sie halt ständig etwas über die Provence. Könnte ich glatt eine Wette eingehen, wohin wir unsere nächste, längere Reise machen.

Aber stopp, ich schweife ab. Was ich Euch eigentlich damit sagen will ist, dass ist neulich mitbekommen habe, wie sie einen neuen Autor entdeckt haben: Pierre Lagrange. Und der Teufelskerl schickt endlich mal ’nen richtigen Ermittler los. Was? Albin Leclerc. Nee, nicht den. Ich meine natürlich Tyson. Ein Mops. Ha! Und was für einer! Und das coolste ist, das ich, ich, ich ihn interviewen durfte <3. Aber lest selbst <3.


Du hast jetzt schon in zwei Folgen mit Albin Leclerc zusammen ermittelt. Über Deine Welpenzeit war nichts zu lesen. Wie alt bist Du und wie gefällt Dir Dein Rufname „Tyson“ eigentlich?

An meine Welpenzeit kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich war wohl ziemlich wild. Inzwischen dürfte ich so um die vier Jahre alt sein. Dieser Rufname „Tyson“ ist endlos bescheuert und beleidigend – von wegen: Boxer, platte Nase, Mops. Haha! Sehr komisch. Aber die Leute, die darauf gekommen sind, sind nicht so helle. Mein Besitzer war es ja nicht, er hat mich zum Abschied in die Pension von den Kollegen geschenkt bekommen. Wer verschenkt denn Tiere?! Idioten. Aber mittlerweile komme ich mit dem Namen klar, denn ich habe mir eine andere Sichtweise angewöhnt, denn: Wo Mike Tyson hingehauen hat, wächst kein Gras mehr. So sehe ich das jetzt. Alle Mann in Deckung, wenn ich im Anmarsch bin!

Wie ist das als Mops in der Provence? Was machst Du, um mit der Wärme klar zu kommen? Kannst Du frei atmen?

Es ist manchmal schon echt ätzend, und ich liege so viel wie möglich im Schatten herum. Das mit dem Atmen geht eigentlich. Zum Glück ist es meist eine eher trockene Hitze. Aber ich habe keinen Vergleich, ob es sich in der Bretagne oder am Atlantik besser atmen lässt. Ich nehme an, dass es so sein wird. Meerluft ist ja immer besser. Vielleicht fährt der Chef ja mal mit mir hin, wenn er und ich etwas älter sind, wer weiß?

Mir würde der Strand zum Mops-Rennen gut gefallen. ••• Plage de Port Saint-Louis du Rhône© C.Chillio – CRT PACA

Laufend liest man über Veroniques leckere Gerichte. Wovon ernährst Du dich als „Rüde von Welt“ im Süden Frankreichs?

Eher Unspektakulär, normales Futter. Wahrscheinlich fressen wir beide das identische Zeugs. Ich weiß, es hört sich großartig an: als Mops in der Provence, und immer einen Spritzer Rosé ins Wasser bekommen! Aber das ist ein Irrglaube. Ich bekomme nicht einmal Reste. Der Chef hat früher nur Mikrowellengerichte gegessen, und Veronique achtet ziemlich darauf, dass ich nicht dick werde. Sie sagt immer, dass es sich außerdem nicht schickt, wenn Tiere so Sachen vom Tisch essen. Aber: Das ist nur ihre offizielle Angabe. Manchmal steckt sie mir heimlich etwas zu und sagt, ich soll es nicht verraten. Auch von anderen bekomme ich mal was zugesteckt.  

Légumes Provence© C.Chillio – CRT PACA

Was ich die ganze Zeit schon wissen möchte: wie ist das so hinten im SUV, bist Du angeschnallt?

Er hat so eine Einbaubox für mich besorgt, so eine Art gepolstertes Hundebett, damit ich nicht durch die Gegend fliege wie eine Billardkugel. Es geht, ja, aber… Ich muss sagen: Für einen Hund von meinem Format gibt es bestimmt bessere Lösungen, aber ich komme schon klar. Der Chef hat sich ja nun extra diesen SUV gekauft, weil er meint, Hundebesitzer müssten einen haben. Außerdem ist Albin sehr groß, er hat also eine andere Perspektive auf Dinge als ich, das muss man verstehen.

Solche Kisten kenne ich – meine wurde wieder abgeschafft. Ich bin doch kein Pudel!

Jetzt mal zu den Ermittlungen. Vom ersten zum zweiten Teil ist Deine Expertise gestiegen. Wirst Du Dich im dritten Teil noch stärker einbringen?

Nein. Im dritten Teil nehme ich mich sogar etwas zurück, weil ich mich da um ein paar andere Dinge kümmern muss. Wirklich ermitteln tue ich ja sowieso nicht. Der Chef nutzt eher meine Expertise, um seine Gedanken zu sortieren und sich zu überprüfen. Dann gebe ich ihm ein paar Hinweise, die ihm weiterhelfen – oder auch nicht. Manchmal ist er bockig wie ein alter Esel.  

Was erwartet die Leser*innen im dritten Teil konkret. Magst Du mal ein bisschen Spoilern!?

Ein alter Freund ruft meinen Herrn an, denn seine Tochter ist verschwunden, und Albin hilft ihm bei der Suche – wobei er auf ganz abscheuliche Dinge stößt, und sehr gefährlich wird es auch. Zugleich flieht seine eigene Tochter Manon vor ihrem sie misshandelnden Ehemann zu uns in die Provence. Mitsamt ihrer Tochter Clara, Albins Enkelin. Naja, und: Ich und Kinder, ist klar, ne? Suuuuuper! Also muss ich etwas auf Clara aufpassen, weil ihr psychopathischer Vater, tja…

Als emanzipierte Möpsin ist Castel meine Heldin. Wie wird sie auch künftig wieder mit dabei sein?

Ja, die ist immer mit dabei. Die finde ich auch klasse, und sie riecht gut! Sie ist immer nett zu mir und krault mich. Ich glaube, sie ist eigentlich eher ein Katzentyp, aber trotzdem wünschte ich, sie hätte auch einen Hund. Theroux ist auch immer dabei. Der ist zwar kein Fan von mir, aber ich von ihm. Er isst immer diese leckeren Salamisticks, und der Duft an seinen Fingern macht mich irre.

Mal weg von Mord und Totschlag. Was sind Deine Tipps für Hunde und ihre Menschen in der Provence?

Natürlich ist der Mt. Ventoux unbedingt einen Abstecher wert. Ich bin sehr gern an den Flüssen und in den vielen kleinen Schluchten. Es gibt häufig Flohmärkte, die mir gut gefallen – eigentlich in allen Städten. Die Ockerbrüche in Roussillon sind großartig, die Quelle in Fontaine-de-Vaucluse. An Avignon kommt man nicht vorbei, auch nicht am Kloster Senanque. Tatsächlich sind alle touristischen Highlights auch wirklich welche.

Zum Schluss: Letztes Jahr war ich in der Normandie und der Bretagne. Das war schön. Wie sind die Menschen bei Euch zu vier- und zweibeinigen Touristen aus Deutschland?

Oh, sie wirken manchmal etwas knurrig, aber sind eigentlich sehr freundlich und Touristen unbedingt gewohnt. Zumal die ja auch Geld bringen. Ich würde sagen: Sie benehmen sich ganz bestimmt so, wie zum Beispiel Deutsche sich gegenüber Touristen aus Frankreich auch verhalten. Und hier kann es an einigen Orten in der Provence zur Hochsaison ähnlich voll werden wie in Heidelberg im Hochsommer, hat mir ein anderer Mops erzählt. Oder? Hm. Nein, nicht ganz. Aber schon voll – wenngleich wir, zum Glück, jede Menge Platz haben hier unten. Wuff.

Danke für das Interview. Hier gelangt Ihr direkt zu bisherigen drei Büchern der Reihe:

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Leider möchte Tyson anonym bleiben, er ist halt eine echte Spürnase und möchte sein Gesicht vor den Gaunern verborgen halten. Kann ich aber verstehen. Wenn ich ihn mir so vorstelle, dann schaut er für mich so aus wie mein Papa Casanova. Schaut mal selbst. Sieht er nicht kraftvoll, männlich und stark aus?! Und dabei so nachdenklich. Irgendwie auch intellektuell. Ein Traumtyp mein Papa, fand meine Mama übrigens auch 😉

Mein Papa Casanova – so sieht Tyson in meiner Vorstellung aus ••• Foto: Mops-und Bullyzucht „vom Kahlen Asten“ hier klicken

Das war es für heute. Ein weiteres Interview mit einem tollen Autor könnt Ihr hier nachlesen.

Au revoir, Eure Pauli!

#Bretagne

Pauli bloggt über die Bretagne

Der Alltag hat uns schon lange wieder und so wurde es auch langsam mal Zeit, dass ich Euch nach der Woche in der Normandie nun endlich mal an meinen Erlebnissen in der Bretagne teilhaben lasse. In Gedanken rase ich jedenfalls immer noch über den Strand von St. Malo und spüre den festen Sand unter meinen Pfoten (hach).

Nach all‘ den spannenden und geschichtsträchtigen Orten in der ersten Woche haben meine Familie und ich richtig Lust auf Strand und Sonne. Und genau so empfängt uns unser neuer Urlaubsort Cancale.

Gleich am Ortseingang und direkt gegenüber dem Fischerboot geht es zu unserem neuen Domizil ab: LA Chapelle. Zum Glück erwartet uns jetzt aber keine kleine Kirche oder Kapelle sondern ein zauberhaftes, bestimmt schon uraltes Anwesen mit einem riesigen Grundstück und vielen Blumen.

Auch innen ein Träumchen für Mensch und Mops, aber wir wollen ja hier keine Besprechung für „Schöner Wohnen“ machen. Also haben meine Menschen schnell ausgepackt und ich habe in der Zwischenzeit schon mal (m)ein Schaaf erlegt. Ein bisschen Bewegung braucht der moderne Mops schließlich nach einer langen Autofahrt. Und das ich sogar als Ablage für einen Kindle tauge, könnt ihr auch bewundern.

Nach dem ganzen Auspacken haben wir alle erstmal durchgeatmet und uns einen Überblick verschafft. Unser Vermieter Jean-Piere ist ein herzlicher Typ und hat uns das ganze Anwesen gezeigt. Viiieeeel Garten für mich zum Rennen und für meinen Menschen zum Ausruhen, eine Boule-Bahn und, im Ernst, eine Mini-Golf-Anlage. Für Familien ist das hier der Hit und sicherlich noch ein echter Geheimtipp. Als wir dann so vom Rundgang wiederkommen fällt uns erst auf, was für eine Aussicht wir mitgebucht haben. Aber seht selber:

Gut, ein bisschen haben wir geschummelt und das Weizenfeld nicht mit fotografiert. Aber das sind nur 100 Meter und der Blick ist deswegen nicht weniger schön.

Jetzt wird es aber Zeit, unseren Ort Cancale zu erkunden. Direkt auf dem 5 minütigen (Auto-)Weg genießen wir schon mal eine erste, grandiose Aussicht auf den Hafen.

Vor Ort angekommen müssen meine Menschen gleich mal eine der hiesigen Delikatessen probieren. Man nennt sie Austern. So was glitschiges in einer dicken Schale, Wenn ihr mich fragt, ist das nix zu essen aber es scheint ihnen geschmeckt zu haben und sie waren bei den Preisen ganz aus dem Häuschen.

Am nächsten Tag haben wir noch mal einen Flashback in Richtung Normandie gehabt. Natürlich war es keine Frage, dass wir dem Mont St. Michel einen Besuch abstatten. Das UNESCO-Weltkulturerbe, das wir liebevoll nur noch Michel-Mont genannt haben, ist beeindruckend und fordernd zugleich. Aber eins nach dem anderen. Wir sind früh morgens gestartet, weil wir uns schon dachten, dass es da jeden Tag brechend voll sein dürfte. Unser Tag hatte lauschige 26°C, was den Mensch freut und dem Mops noch keine Probleme macht. Vor Ort reihten wir uns mit den anderen Tausenden beim Parken ein und konnten den Berg in der Bucht auch schon wunderbar sehen. Der Wermutstropfen folgte allerdings umgehend, denn die „kostenlosen“ Shuttlebusse (sind im Parkticket für 11€ enthalten) nehmen keine Hunde mit. Na dann laufen wir die rund 3,2 km halt.

Der Weg ist gut ausgebaut, bietet aber leider kaum Schatten. Dafür wehte eine angenehme Briese, die es uns erträglich machte. Wasser hatten wir dabei (Menschen trinken dauernd, was ich nicht verstehen kann) und kurz vor dem Ziel hielten wir noch mal und stimmten uns auf das bevorstehende Erlebnisse mit den Augen ein. Es ist schon bewundernswert, was unsere Vorfahren mit einfachen Mitteln für grossartige Bauwerke geschaffen haben. Reden wir jetzt lieber nicht über die heutigen Amateure im Bau (BER & Co.). Aber schaut selber:

Der letzte Teil des Wegs ist eine Brücke, damit die Bucht nicht weiter versandet. Während unseres Besuchs schien es aber durchgehend Ebbe gehabt zu haben, wir konnten jedenfalls kein Wasser sehen.

Nach den ersten Torbögen sind wir dann drin, im schneckenförmigen Weg zur Spitze des Michel-Monts. Die Gassen sind dabei herrlich  mit alten Fachwerkhäusern, die eng aneinander lehnen. Alles wirkt ein bisschen wie bei Harry Potter in der Winkelgasse und manches auch wie in Wolfenbüttel ;-).

Während ein Teil meiner Familie die grossartigen Bauwerke erkundet hat, saß ich mit Herrchen auf einer kühlen Steintreppe im Schatten und wir ruhten uns ein wenig aus. Immerhin sollten mich meine Pfoten auch wieder bis zum Auto zurück tragen.

Am liebsten hätten wir am Strand gelegen, aber das haben wir dann später nachgeholt.

Nach dem Michel-Mont sind wir jetzt aber wirklich nur noch in der Bretagne geblieben. Neben vielen kleinen Buchten und niedlichen Stränden, an denen wir immer viel Platz hatten und entspannt relaxen konnten, haben wir aber noch einen weiteren, wirklichen tollen Ausflug gemacht. Wir waren in St. Malo und wie ich schon am Anfang schwärmte, hat es mir der Strand wirklich angetan. Wir sind auch durch den niedlichen Ort gelaufen, aber nein, ich finde den Strand gut und kann mich an den Bildern immer noch nicht satt sehen. Da würde ich jetzt gerne wieder flitzen. Und der wunderbare Gassi-Wald vor der Mauer dürfte für jeden Rüden ein Traum sein.

 

Mit diesen tollen Bildern endet auch schon schon wieder die Woche in der Bretagne. Auf dem Heimweg haben wir dann noch einen Freund in Homburg im Saarland besucht und ich durfte sogar mit in einen stillgelegten Stollen. Nur Helme für Möpse hatten die nicht.

Wir waren sogar noch an der Saarschleife:

Danach ging noch weiter nach Erfurt mit einem Abstecher nach Weimar, wo man endlich mal das richtige Sitzmöbel für mich aufgebaut hatte:

Das es dort in strömen gegossen hatte und ich Dussel meine Regenjacke nicht mit hatte, ärgert mich allerdings noch heute. Aber das wäre eine andere Geschichte, die diesmal unerzählt bleibt.

Das wars erstmal mit dem Sommerurlaub 2017 aber in Kürze kommt noch ein Trip über das Wochenende nach Fehmarn, also stay tuned oder wie das heißt und bis bald,

Eure Pauli (Strandmops)

#Normandie

Pauli bloggt über die Normandie

Endlich sind wir wieder zu Hause, Irgendwie habe ich das bei drei Wochen Urlaub schon vermisst. Jetzt kann ich mich endlich hinsetzen und meine Urlaubserinnerungen für Euch aufschreiben. Und Fotos sichten und das ganz Krams. Heute berichte ich Euch erstmal über die erste Woche in der Normandie. Die Bretagne folgt dann demnächst ;-).

Das war vielleicht eine erste, spannende Urlaubswoche. Allein die Anreise mit 1.153 km war gaaaaanz schön langweilig. Da freut Mops sich schon sehr, auf einer Raststätte mal auf Leidensgenossen zu treffen.

Kumpels

Auch wenn wir in Belgien einen Zwischenstopp eingelegt haben war ich dann doch sehr froh, als wir endlich in Colombiers sur Seulles angekommen waren. Und was soll ich Euch sagen, es ist ein zauberhaft Ort. 169 Einwohner und dabei sind bestimmt auch schon Fuchs und Igel mitgezählt worden. Also perfekt für mich als neugierige Mopsdame.

Ortsschild

Unser Quartier für die Woche stellt sich als genauso niedlich heraus wie auf den Fotos im Internet. Ich darf allerdings nicht mit nach oben und so gehört mir nachts das Sofa ganz allein. Leider durfte ich nicht mit der Bordercolliehündin unserer Vermieterin spielen, weil ihr zickiger, kleiner Fußhupenkumpel immer Theater gemacht hat. Macht aber nichts. Ich liebe ja seit letztem Jahr (Sylt) den Strand und habe da auch immer mal wieder Freunde getroffen. Nur das Wasser ist mir immer noch nicht geheuer.

Natürlich waren wir auch viel unterwegs. Wenn ich jetzt an dieser Stelle über alles ausführlich berichten würde, hättet Ihr bald schon keine Lust mehr zu lesen. Darum eher kurz und knackig (wird auch so viel, es ist aber auch toll hier 🙂 ).

Luc sur Mer

Voll cool. Hier hängt mitten in einem schönen (botanischen?) Garten hinter dem Rathaus ein riesiger Wal an der Wand. Genauer gesagt natürlich nur dessen Skelett. Beeindruckend. Neben den schönen, alten Bäumen fand ich auch die Ziegen lustig.

Deauxville

Man, was hatte ich mir hier alles vorgestellt. Und dann? Leer wie Mallorca im November. Kaum Menschen, der Strand leer aber der Café au lait für 4,50€. Wenigstens bei den Preisen wurde ich nicht überrascht. Architektonisch ist der Ort sehr schön. Den Rest kannste wahrscheinlich besser beantworten, wenn mal was los ist.

Villiers sur mer

Als wir ankamen hat es ohne Ende geschüttet. Aber wenigstens den Nullmeridian wollte ich sehen und mal mit zwei Pfoten auf der westlichen und zweien auf der östlichen Erdhalbkugel stehen. Check. Erledigt.

Der Null-Meridian

Maisy, Point du hoc und Omaha

Die Sonne strahlt und wir befassen uns mit den weniger strahlenden Themen. Unsere unrühmliche Geschichte steht auf dem Programm. Bei Grandcamp-Maisy haben wir uns die riesigen Überreste einer Artelleriestellung angesehen, die vor etwas mehr als gerade mal zehn Jahren auf einem überwucherten Privatgrundstück wiederentdeckt wurde. Das klingt jetzt klein? Von wegen! 3km Schützengräben, zahlreiche Bunker und sechs Geschützstellungen vermitteln einen melancholischen Eindruck der Geschehnisse vor 74 Jahren.

Am Point du hoc sind es keine anderen Bilder. Auch wenn ich nicht mit auf das Areal durfte vermitteln die Bilder der zahlreichen Krater eine deutliche Sprache. Krieg ist scheiße! Für alle!

An einem der Landungsstrände, dem Omaha-Beach erinnert ein sehr gelungenes, modernes Kunstwerk an die Ereignisse im Jahr 1944, die dieser Region für immer einen Platz in den Geschichtsbüchern verschafft haben. Also noch mal: nie wieder Krieg. Vive l’Europe.

Arromanche les bains

Noch mal WW2. Diesmal aber zuerst weniger Kämpfe, dafür mehr Ingenieurskunst. Der künstlich angelegte Hafen ist in Überresten noch heute zu sehen. Gigantisch. Bei Ebbe könnt Ihr Euch nich Teile der alten Pontons aus Beton ansehen.

Im Nachbarort lassen sich dann noch vier Artelleriestände (unzerstört) anschauen. Gruselig, dass die 152 mm Kanonen bis zu 19 km weit feuern konnten.

Bayeux und Balleroy

Hurra! Keine Kriegsschauplätze mehr. Selbst als Mops hatte ich mehr als einmal Gänsehaut. Dennoch finde ich es wichtig, durch die Orte den Schrecken zu vermitteln. Wir sind jetzt jedenfalls auf dem Weg in die Bretagne und weil die Strecke nur 173 km beträgt, schauen wir noch mal in Bayeux vorbei. Wirklich schön hier und durch das Mittelalterfest gleich doppelt so lebendig. Und wie schon die ganze Woche über nur freundliche Menschen, die vor allem, wenn sich mich sehen immer in euphorische „Carlin, Carlin“-Rufe verfallen und und mich mit den tollsten Gurr-Lauten umschnattern. Tja, ich bin halt ein echter Sympathiebotschafter (zwinker in Richtung UNO).

Auf der weiteren Fahrt haben wir auch das Chateau Balleroy besucht und, was soll ich sagen, ein Traum, den Garten besichtig. Und ich durfte gegen jede Vorschrift von der Leine. Hach, was war das schön.
Adieu Normandie, bonjour Bretagne. Von meiner zweiten Urlaubswoche lest ihr in Kürze.

PS: Ganz viele Tipps und Idee habe ich von meinem Kumpel Ralf Nestmeyer, der einen unglaublich tollen Reiseführer über die Normandie geschrieben hat. Leider habe ich nur einen Bruchteil davon geschafft. Also ein guter Grund zum Wiederkommen :-).

Eure Pauli

#Normandie-Interview

Pauli interviewt Ralf Nestmeyer

Wie Ihr vielleicht in meiner bucket list gelesen habt, möchte ich diesen Sommer nach Frankreich fahren, genauer gesagt in die Normandie. Wie der Zufall so will, haben die tollen Menschen bei Atout France davon Wind bekommen und hatten eine Idee für ein Interview. Und weil der Zufall – anders als der Blitz – häufig mehrmals auf ein und derselben Stelle einschlägt – kannte ich meinen heutigen Interviewpartner Ralf Nestmeyer schon indirekt, da ich seinen Reiseführer als Vorbereitung auf den Urlaub schon längst gelesen habe. Also  keine langen Vorreden mehr, ich muss heute auch noch mal Gassi gehen. Und los geht es …

Foto: Ralf Nestmeyer

Frage 1: Was hat Sie angetrieben, einen Reiseführer zu den 111 „must see“ Attraktionen in der Normandie zu schreiben?

Zum einen fasziniert mich die Normandie, seit ich im Jahre 1995 zum ersten Mal dort war. Bedingt durch meinen Normandie-Reiseführer (Michael-Müller-Verlag) bereise ich die Region regelmäßig. Dabei habe ich neben den klassischen Highlights natürlich immer wieder Dinge entdeckt wie eine altertümliche Gezeitenuhr oder einen ehemaligen Hangar für Luftschiffe, die nicht in ein Reiseführer-Konzept passen, sich aber für ein Buch der bekannten 111-Orte-Reihe (Emons Verlag) perfekt eignen. Zudem hatte ich zuvor schon die 111-Orte-Bände über die Provence und die Côte d’Azur geschrieben.

Abbildung: Ralf Nestermeyer / Emons Verlag

Frage 2: Stichwort: Frankophil. Haben Sie als Kind eigentlich Asterix & Obelix gelesen? Hat Sie das irgendwie beeinflusst und überhaupt, finden Sie Idefix auch so cool wie ich?

Selbstverständlich! Wahrscheinlich hat dies unbewusst dazu geführt, dass ich mich im Gymnasium für Französisch als zweite Fremdsprache entschieden habe. Asterix ist Kult. Und Idefix ist schon ein cooler Typ.

Frage 3: Frankreich ist in Deutschland nicht gerade für seine sprachliche Toleranz berühmt. Wie sieht es damit in der Normandie aus? Meine Menschen sprechen nicht wirklich französisch, sollte ich mir also lieber genug Futter einpacken?

Nein, nein. In den touristisch erschlossenen Regionen ist dies eigentlich kein Problem, aber es gibt schon Dörfer im Hinterland, wo man in der Regel selbst mit Englisch nicht sehr weit kommt. Daher ist es ratsam, sich zumindest Grundkenntnisse in Französisch anzueignen. Allein der Versuch, sich in der Landessprache verständlich zu machen, wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Pluspunkte lassen sich auch durch den häufigen Gebrauch von S’il vous plaît sammeln. Denn im Gegensatz zu Deutschland gilt es in Frankreich als unhöflich, das Wörtchen bitte zu vergessen.

Foto: Panneau gastronomie © C. Lagu CRT Normandie

Frage 4: Apropos Futter: Hoffentlich müssen Hunde nicht auch Froschschenkel und gestopfte Gänseleber essen. Bitte nennen Sie Ihre Tipps, was meine Menschen unbedingt probieren sollten und wo ich den besten Knochen bekomme?

Froschschenkel kommen heutzutage in Frankreich nicht mehr sehr häufig auf den Restauranttisch. Ein Klassiker sind Tripes à la mode de Caen – allerdings sind Kutteln auch nicht jedes Hundes Sache. Sehr lecker ist Marmite dieppoise, in die normannische Variante des Fischeintopfs gehören noch Muscheln, Krabben und Gemüse. Tierisch gut ist die Boudin noir, ein in Mortagne-au-Perche aus Schweinefleisch hergestellte Blutwurst – allerdings ohne Knochen!

Foto: Vire Bocage Normand © Calvados Tourisme

Frage 5: Strandleben mag ich total und vor allem liebe ich Strandkörbe. Wir sind die erste Woche in der Nähe des Juno-Beach. Darf ich als wohlerzogene Mops-Dame mit an die Strände?

Da gibt es klare Richtlinien: Es gibt spezielle, für Hunde erlaubte Strandabschnitte, so beispielsweise in Luc-sur-Mer auf dem Deich sowie am Strand von Lion-sur-Mer, zudem muss das Frauchen unbedingt eine Tüte für den Fall der Fälle mit sich führen. Und selbst da, wo Hunde an den Strand dürfen, gilt: Ohne Leine geht gar nichts (sorry!)

Foto: Deauville parasols © Maggie McNulty CRT Normandie

Frage 6: Ich würde mich als liberalen und toleranten Mops bezeichnen. Wie sind die Normannen eigentlich so im Umgang mit Hunden?

Da gibt es wohl keinen signifikanten Unterschied zu Deutschland. Die Zahl der Hundeliebhaber und Hundehasser dürfte sich auf beiden Seiten des Rheins die Waage halten.

Foto: La pointe du Hoc © E. Valère CRT Normandie

Frage 7: Mein Frauchen geht gern mal im Urlaub shoppen. Was sind Ihre Top drei Tipps?

Noble Boutiquen wie Louis Vuitton und Hermès finden sich vor allem in Deauville. Die größte Auswahl hat man in normannischen Metropolen Rouen und Caen, daneben gibt es natürlich unendlich viele kleine Geschäfte mit regionalen Spezialitäten. So gibt es beispielsweise in Vains an der Baie du Mont-Saint-Michel eine Karamellfabrik, deren süße Köstlichkeiten alle aus regionalen Biozutaten zubereitet werden. Letztere stelle ich auch als einen der 111 Orte vor.

Foto: 6652-Rouen le Gros Horloge © M.Trebaol – CRT Normandie

Frage 8: Meine Menschen sind sehr digital unterwegs. Wie gut schaut es mit der W-Lan-Versorgung aus?

Die W-Lan-Versorgung ist perfekt. Nahezu jedes Hotel und jeder Campingplatz verfügt über einen kostenlosen Zugang ins Netz. Hinzu kommen öffentliche Hotspots, außerdem bieten viele Cafés diesen Service für ihre Gäste an.

Plage du havre © L. Recouvrot CRT Normandie

Frage 9: Jetzt geradeheraus: Wo treffe ich die coolsten Köter der Gegend?

Als Universitätsstadt hat Caen natürlich zahlreiche Club, Cafés und Bars zu bieten, wo man gut abhängen und in den Flirtmodus schalten kann.

Caen abbaye aux dames © Stéphane_Maurice – CRT Normandie

Frage 10: Hier kommt meine letzte Frage. Welches ist Ihr ganz persönlicher Kraftort in der Normandie und warum?

Ein Kraftort? Mmmh. Ich mag die wilde Küstenlandschaft zwischen Barneville-Carteret und dem Cap de Hague genauso gerne wie die Klöster und Städte im Tal der Seine. Ein idealer Rückzugsort ist die abgelegene, ehemalige Grafschaft Perche.

Jumièges © L. Recouvrot CRT Normandie

Lieber Herr Nestmeyer, Sie haben es überstanden. Vielen Dank für Ihre Zeit und die ganzen Tipps und so. Ich werde aus dem Urlaub  berichten, was ich alles erlebt habe. Bis dahin freue ich mich jetzt noch mehr! Das Interview wurde durch About France vermittelt. Als Mops-Bloggerin habe dafür weder Geld noch andere Leistungen erhalten (nicht mal Leckerlies), durfte aber Pressefotos verwenden, wofür ich ganz herzlich danke sagen möchte.

Jetzt bin ich aber KO und träume schon mal auf meiner Lieblingsdecke vom Sommer <3

#bucket-list

Pauli bloggt – über die ihre ganz persönliche bucket list für 2017

1. Dieser Wunsch geht direkt an meine Familie. Auch wenn ich oft den Anschein erwecke, nicht gern Gassi zu gehen, geht bitte drei mal am Tag mit mir raus. Wenn ich erstmal draußen bin finde ich das ganz klasse. Versprochen.


2. Mehr Leckerlies. Täglich. Ach, was sag ich, mehrmals am Tag. Und im Sommer bitte wieder das leckere Hunde-Eis in Potsdam <3. 


3. Waldmöpse besuchen in Brandenburg. Was, Ihr kennt die lustigen Waldmöpse von Loriot noch nicht? Dann wird es jetzt aber höchste Zeit dafür. Hier erfahrt Ihr mehr bei Wikipedia. Und hier könnt Ihr einen sehr sympathischen Bericht meiner Bloggerkollegen von Outdoor Hochgenuss könnt Ihr nachlesen: www.outdoor-hoch-genuss.de/waldmops-brandenburg-havel.


4. Ostseestrand unter den Pfoten spüren. Nachdem wir letzten Sommer an der Nordsee waren, würde mich jetzt mal die Ostsee interessieren. Vielleicht zu Ostern?! Zingst soll ganz schön sein, sagt Herrchen. Und um den Darßer Ort will er mit gehen. Das klingt spannend. Wie groß wohl dieser „Ort“ ist?


5. Himbeeren <3 <3 <3. Ich liebe Himbeeren, wirklich. Wegen mir könnte der Busch im Garten das ganze Jahr über diese köstlichen, kleinen Scheißerchen tragen. Und im nächsten Sommer schaffe ich auch, sie mir selber zu pflücken. Und natürlich auch Krabben, aber das kennt Ihr ja schon aus dem Sylt-Blog.


6. Spielzeug. Ich liebe Kuscheltiere und kann davon gar nicht genug bekommen. Am Besten schön plüschig und mit Ohren, Nasen oder was auch immer. Hauptsache, ich kann prima dran herum kauen. Und in dem Zusammenhang wünsche ich mir auch gleich für Frauchen neues Nähzeug, weil, die macht meine Kuscheltiere immer wieder so schön heile.


7. Mama besuchen. Das war richtig schön im letzten Juni, als ich mit Herrchen zum mopsigen Familientreffen gefahren bin. Bei unserem Kurzbesuch im November durfte ich wegen der neuen Babies nicht mit rein, aber das Spielen mit Tante Emmy war auch schön. Darum wünsche ich mir ein weiteres Familientreffen und wenn meine Brüder dann wieder so frech, dann …, dann …

Mama und ich im Herbst 2015 <3.


8. Frankreich erobern. Upps, ich glaube, dass darf ich so nicht sagen. Sorry. Also noch mal: Frankreich besuchen. Genauer gesagt die Normandie. Und zwar im Juni/Juli für mindestens drei Wochen. Ich übe auch schon mal fleissig Vokabeln für die französischen Hundekollegen.


9. Kuscheln. Hach, ich liebe es einfach. Ja, nennt mich ruhig eine Kuschelmaus. Ich stehe dazu und ich liebe es. Gern auch mal bei Ausflügen oder Restaurantbesuchen zwischendurch für ein paar Minuten auf dem Schoß. Ich brauche das einfach, obwohl ich eine selbstbewusste und selbstbestimmte junge Mopsdame bin. Basta.


10. Toben. Toben ist gut für die ganze Familie. Alle sind in Bewegung und es wird viel gelacht. Und ich stehe dabei natürlich im Mittelpunkt ;-). Da steht die Welt schon mal Kopf und wer dabei auch noch die lustige Grimasse schneiden kann, gewinnt. Wie findet Ihr meine?


So liebe Leute, das ist meine ganz persönliche bucket list für 2017. Zur Sicherheit mache ich das mal wie Beethoven (der Künstler, nicht der Hund) und nenne sie meine „Unvollendete“. Das Jahr hat ja schließlich noch nicht mal begonnen und wer weiß, was noch alles kommt. In dem Sinne, rutscht alle gut rein und bleibt gesund. Ich bin jetzt KO vom Schreiben und ziehe mal Punkt 9 vor ;-).

Eure Pauli